Apr 10, 2020 Last Updated 12:22 PM, Apr 7, 2020

1-2020RSS

Editorial Neu!

Prof. Dr. Anke Fesenfeld

hpsmedia

Prof. Dr. Elfriede Brinker-Meyendriesch

Einleitung "Was nicht kontrovers ist, ist nicht der Rede wert." Das ist ein gutes Motto. Es stammt von Ralf Dahrendorf. Brandaktuell durfte man es bei Fridays for Future in Aktion erleben. Da wurden nämlich auf Demos mit selbstgemachten Schildern Kontroversen klipp und klar auf den Punkt gebracht, etwa mit „Die Dinos dachten auch, sie hätten noch viel Zeit“ oder „Weniger Asphalt“ oder etwas unverhüllter „Scheißverein“. Ich fand, wenn etwas so Folgenschweres wie der Klimawandel klar auf der Hand liegt, darf man auch mal deutlich werden. Das prägt sich gut ein und lädt auch noch die letzte Reihe zum Nachsinnen ein. Wissenschaftlerinnen ist es ja nun leider nicht vergönnt, Kontroversen mit so knappen Worten auszutragen. Das macht deren Dasein manchmal mühsam und auch langatmig. Aber andererseits dürfen sie sich für Kontroversen viel mehr Zeit nehmen und auch viel mehr Worte machen. Und so ist es nun auch hier der Fall.

Dieter Lerner, Johannes Pranghofer, Andreas Franke

Dem Präsenzerleben wird eine das Lernen verstärkende Rolle in hoch-immersiven, virtuellen Lern- oder Trainingswelten zugeschrieben. In diesen Beitrag werden hypothetische Wirkungszusammenhänge zwischen einem räumlichen Präsenzerleben und Lern- bzw. Trainingseffekten rekonstruiert und empirisch geprüft. Die Feldstudie wurde im Rahmen des Projekts EPICSAVE durchgeführt. In diesem Projekt wurde eine auf Virtual-Reality-Technologie basierende Simulationsumgebung für angehende Notfallsanitäter entwickelt und in der Bildungspraxis erprobt. Die Ergebnisse zeigen, dass das Präsenzerleben nicht per se einen direkten Einfluss auf alle Lern- und Trainingseffekte gleichermaßen hat.

Nicole Krüger, Prof. Dr. Ulrike Morgenstern

Die Vereinbarkeit einer Lehrerinnen- und Mutterrolle während des Berufseinstiegs von Medizinpädagoginnen lässt trotz einer doppelten Belastung auch Vorteile für die Rolleninhaberinnen vermuten. Nach einer Analyse der Herausforderungen während eines Eintritts in den Lehrerinnenberuf und die Besonderheiten des Berufes einer Medizinpädagogin zeigen fünf problemzentrierten Interviews mit Medizinpädagoginnen, die vor dem Berufseinstieg an einer Schule für Gesundheitsberufe Mutter wurden, dass im Zusammenhang mit dem Status „Mutterschaft“ die Faktoren Zeit, Arbeitsumfang und Rücksichtnahme zentrale Bedeutungen für einen erfolgreichen Einstieg und die Vereinbarkeit beider Rollen erhalten. Die Fähigkeiten des Priorisierens und der Arbeitsorganisation treten an der Stelle in den Vordergrund.

Prof. Dr. Sandra Tschupke

Im Kontext der steigenden Anzahl pflegebezogener Studiengänge wird in der Literatur immer wieder auf die erhebliche Heterogenität von Studienangeboten sowie Transparenzprobleme bezüglich der in Pflegestudiengängen zu erwerbenden Kompetenzen und Unsicherheiten in Bezug auf die beruflichen Perspektiven für Absolvent*innen hingewiesen. Vor diesem Hintergrund ergibt sich die Relevanz für eine Programmanalyse pflegebezogener Studiengänge für beruflich qualifizierte Pflegefachkräfte. Aus der Programmanalyse zeigt sich, dass ein genuin pflegepraxis- und versorgungsnahes Angebotsprofil pflegebezogener Studienangebote für beruflich Qualifizierte die Ausnahme darstellt. Zumeist werden in den Programmen alternative, pflegepraxis- und versorgungsferne Optionen in Aussicht gestellt.

Marius Rebmann, Prof. Dr. Steve Strupeit

Im Zuge der Novellierung der Pflegeberufe wurden auch die Qualifikationsniveaus der Lehrenden im Pflegeberufereformgesetz neu definiert. Bisher lagen keine neueren validen Daten hinsichtlich der Qualifikation von Lehrenden an Schulen für Pflegeberufe in Baden-Württemberg vor. Aus diesem Grund wurde eine Ist-Analyse der gegenwärtigen Situation durchgeführt um daraus u. a. zukünftige Bedarfe zu ermitteln. Alle Schulleitungen staatlich anerkannter Gesundheits- und Krankenpflegeschulen in Baden-Württemberg (n = 69) wurden mittels eines Online-Fragebogens gebeten Angaben zur Struktur der Schule und den Qualifikationen der Lehrenden zu machen. Jede zweite Institution beteiligte sich dabei an der Umfrage (n = 38). Die Ergebnisse zeigen ein ausgeprägtes heterogenes Bild hinsichtlich der Qualifikationen der einzelnen Lehrenden und deuten auf große Herausforderungen mit Blick auf künftige Bedarfe hin.

Rocco Umbescheidt, Dr. Claudia Schlegel, Irene Lüthi, Volkmar Blaha, Amélie Anchise, Geneviève Blanc

Das „interprofessionelle Austrittsplanungs- und Visitentraining mit dem In-HospiTool KSA“ (IAVI) wurde auf Grundlage praxisbasierter Fälle, Patienten-, Praxisexperten- und Studentenfokusgruppen sowie anhand einer wissenschaftlichen Recherche entwickelt. Die Entwicklung des mehrphasigen interprofessionellen Ausbildungselements für Pflegende, Ärzte und Sozialarbeiter fand in enger Lernortkooperation der Höheren Fachschule Gesundheit und Soziales Aarau (HFGS), des Berner Bildungszentrums Pflege (BZP), des Kantonspitals Aarau (KSA) und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ) statt. Die Pilotumsetzung mit 182 Studierenden der Pflege und der Humanmedizin wurde wissenschaftlich evaluiert. Angesichts der Resultate, der erreichten Kompetenzen, der Feedbacks von internationalen Experten und sehr positiv erlebter interprofessioneller Zusammenarbeit, konnte die Pilotumsetzung erfolgreich abgeschlossen werden.

Archiv - Navigation