May 20, 2019 Last Updated 11:21 AM, May 13, 2019

Lernwelten 2019

12. - 13. September 2019, Fachhochschule Kärnten, Campus Klagenfurt &...

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Prof. Dr. Harald Karutz

Franziska Gädtke

Dieser Beitrag greift bildungstheoretische Überlegungen einschließlich kritischer Dimensionen im Kontext der Handlungsschwerpunkte von Notfallsanitätern zur Überwindung einer auf ausschließlich berufliche Verwertbarkeit gerichtete Bildung für die Notfallsanitäter-Ausbildung auf. Die hermeneutische Theoriearbeit zeigt auf, wie sich ein Bildungsbegriff als Metaparadigma der Notfallsanitäter-Ausbildung darstellen könnte und welche Konsequenzen sich hieraus trotz nicht zu verachtender Hürden für die pädagogischen Handlungsfelder und die zukünftige Forschung in diesem Bereich ergeben.

Dominik Hahnen, Prof. Dr. Harald Karutz

Die Ausbildung zum Notfallsanitäter, die neue pädagogisch- und medizinisch-fachliche Herausforderungen an die Lehrkräfte stellt, orientiert sich inhaltlich an Teilen der Krankenpflegeausbildung. Ein spezifisches didaktisches Modell, wie es in vielen Varianten für die Krankenpflegeausbildung bereits existiert, liegt für die Notfallsanitäterausbildung bislang jedoch noch nicht vor. Vor diesem Hintergrund wird geprüft, ob allgemein- und pflegedidaktische Modelle auf die Notfallsanitäterausbildung übertragbar sind und ggf. Anwendung finden können. Dabei zeigt sich, dass die Indikation für eine eigenständige Fachdidaktik im Rettungsdienst insbesondere durch Besonderheiten der beruflichen Praxis besteht.

Elisabeth Späth

Im Zuge des neuen Notfallsanitäter Gesetzes von 2014 haben sich neue Anforderungen aus der NotSan-APrV ergeben. Demnach müssen die aktuellen Lehr-Lernkonzepte neben Theorie und Praxis auch die Förderung sowohl der Personal-, Sozial- und Selbstkompetenz als auch der Handlungskompetenz ermöglichen. Das hier vorgestellte Unterrichtskonzept POLiNA – Problemorientierte Lernumgebung in der Notfallsanitäterausbildung – wird diesen Anforderungen gerecht und verbindet Theorie und Praxis nach konstruktivistischen Maßgaben. POLiNA erhält eine Konkretisierung in der Problemorientierten Lernumgebung (POL) nach Mandl und Reinmann-Rothmeier (2001). Dieses Lernarrangement folgt zwölf aufeinander aufbauenden Arbeitsschritten und entspricht dem Arbeitsprozess eines Notfalleinsatzes im Rettungsdienst. Instruktion, Selbstlernphasen und Gruppenarbeiten wechseln sich dabei ab.

Christoph Keller, Alexander Huwe

Mit dem Inkrafttreten des Notfallsanitätergesetzes (NotSanG) am 01.01.2014 und der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (NotSan-APrV) 2013 wurde ein neues Berufsbild, das des Notfallsanitäters, in Deutschland implementiert. Das Gesetz überträgt der Berufsgruppe neue, sehr umfangreiche Befugnisse – von der medizinischen Erstversorgung von Notfallpatienten bis hin zu ausgewählten lebensrettenden Maßnahmen der Heilkunde. Die Anforderungen an das noch neue Berufsbild sowie die Umsetzung in der Ausbildung von Notfallsanitätern stellt die jeweiligen Lernorte Schule und Praxis (Lehrrettungswache / Leitstelle und Krankenhaus) und ihre beteiligten Akteure (Lehrkräfte, Praxisanleiter, Praxisbegleiter) vor neue Herausforderungen. Im Kontext der Lernortkooperation verlangt es beispielsweise nach der Entwicklung bzw. Etablierung von didaktischen Instrumenten, mit denen berufliche Handlungskompetenzen am jeweiligen Lernort erworben, gefestigt oder weiter entwickelt werden können. Eines dieser Instrumente sind im Sinne der L ...

Sven Baumgarten, Sebastian Koch

Notfallsanitätern1 werden bei der Ausübung ihres Berufes aufgrund des Notfallsanitätergesetzes Handlungskompetenzen abverlangt, die zum alleinigen Durchführen invasiver Maßnahmen bei akut lebensbedrohlichen Erkrankungen oder Verletzungen befähigen sollen. Ziel dieser Studie ist es, konventionelle Lehrmethoden mit simulationsbasierter Ausbildung zu vergleichen um einen langfristigen Lernerfolg der simulationsbasierten Ausbildung zu evaluieren. Bei der vorliegenden Studie handelt es sich um eine prospektive Längsschnittstudie von 41 (100 %) Auszubildenden der Landesrettungsschule der DRK- und ASB-Landesverbände Sachsen-Anhalt gGmbH, die durch Losverfahren in drei Lerngruppen aufgeteilt und zum Lernthema „Tachykarde Herzrhythmusstörungen“ ausgebildet wurden. Die vorliegende Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Studienteilnehmer, die mit der Durchführung der Simulationsausbildung konfrontiert wurden, im theoretischen Bereich und in der praktischen Umsetzung gegenüber den konventionellen Lehrmethoden/Freiarbeit ...

Sebastian Koch, PD Dr. Gero Langer

Hintergrund: Es bedarf wissenschaftlicher Methodenkenntnisse, um dem Anspruch der evidenzbasierten Notfallmedizin (EBNM) gerecht zu werden. Diesen komplexen Anforderungen wird die heutige Ausbildungssituation an den Berufsfachschulen für Notfallsanitäter1 und das daraus resultierende Qualifikationsprofil zukünftiger Notfallsanitäter nicht gerecht. Über die Implementierung der EBNM in der Aus- und Weiterbildung von Notfallsanitätern ist bisher noch wenig bekannt. Methodik: Im Zeitraum von Mai bis Juni 2017 wurden in einer multizentrischen Querschnittsstudie Bedingungsfaktoren für eine EBNM mittels Fragebogen bei 1648 nicht-ärztlichen Mitarbeitern in der präklinischen Notfall- und Rettungsmedizin aus allen 16 Bundesländern erhoben. Die Daten wurden deskriptiv ausgewertet. Ergebnisse: Drei Viertel der Befragten (n = 1213; 73,6 %) stimmte der Aussage zu, dass ein Großteil der Rettungskräfte nicht über aktuelle Forschungsergebnisse informiert ist. Zwei Drittel der Befragten (n = 1097; 66,5 %) bestätigten die Au ...

Jan Neukäter

Leitlinien gewinnen in vielen Sparten, insbesondere in der Medizin und der Gesundheitsversorgung, eine stetig steigende Bedeutung. Im rettungsdienstlichen Arbeitsumfeld wird eine Ausbildung nach einschlägigen Leitlinien angestrebt und weitestgehend auch so durchgeführt. Die Implementierung von Leitlinien, die Umsetzung im Arbeitsalltag und das Beibehalten neuer Arbeitsweisen, wird jedoch im klinischen Umfeld, wie auch im präklinischen Arbeitsfeld, sehr heterogen durchgeführt und nur in wenigen Fällen werden belastbare Evaluationen der Arbeitsverhaltensänderungen von Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt. Die leitliniengerechte Versorgung von Patienten bringt, neben einem positiven Outcome, eine höhere Sicherheit bei durchgeführten Maßnahmen und Interventionen und macht die Behandlung von Patientinnen und Patienten unter individualmedizinischen Bedingungen vergleichbar und transparent.